Dr. Ruth Ullrich

 

Chefärztin Geriatrie, Evangelisches Krankenhaus Hagen Haspe

 

»Ich spiele gerne im Orchester, aber wenn es nötig ist, mache ich auch ein Solo.«

 

 

 

 

 

 

1965

 

geboren

 


1991

 

Examen Medizin

 

1991 -1994

 

Assistenzärztin Chirurgie und Urologie


1994 – 2008

 

Familienzeit, Geburt von fünf Kindern, ohne Anstellung, Doktorarbeit

2005

 

Wiedereinstiegsseminar der Ärztekammer

 


2007 – 2009

 

Assistenzärztin in Hausarztpraxis

2008 - 2012

 

Weiterbildungsassistentin Allgemeinmedizin


2012 - 2014

 

internistisches Jahr Geriatrie, Marienhospital Hagen

2014

 

Facharztprüfung Allgemeinmedizin


2015

 

Vertrag im St. Josefs Hospital Hagen gekündigt, 1 Jahr Unterbrechung

2017

 

Assistenzärztin Geriatrie, Marienkrankenhaus Schwerte

Zusatzweiterbildung zur Fachärztin Palliativmedizin und Geriatrie und Ernährungsmedizin


2019 – 2022

 

Oberärztin der Inneren Medizin im Allgemeinen Krankenhaus Hagen (Geriatrie war geplant, dann kam Corona und die Pläne zum Aufbau der Geriatrie wurden gestoppt.)

2022 - 2025

 

leitende Oberärztin Geriatrie St. Vincenz Krankenhaus, Menden


2024

 

Zusatzweiterbildung Ernährungsmedizin

Seit 2025

 

Chefärztin der Geriatrie, Evangelisches Krankenhaus Hagen Haspe


 

 

„Das Gefühl von Inkompetenz habe ich überwunden.“

 

Der Berufsweg von Ruth Ullrich lässt im ersten Blick nicht darauf schließen, dass es Verunsicherung über die eigene fachliche Kompetenz gab. Beim genaueren Hinsehen und im Gespräch wird klar, dass die Hürde des Wiedereinstiegs nach 10 Jahren Familienzeit sehr groß war und kollegiale Unterstützer und gute Rahmenbedingungen benötigt haben. Dann war die Lust an der Medizin wieder geweckt und die Sorge, dass es mit der Familie nicht vereinbar war, war nicht vom Tisch, aber ließ sich in verschiedenen Teilzeitmodellen lösen.


Jeder Wechsel war wichtig.

 

In 35 Lebensjahren hat sie 25 Jahre Berufserfahrung untergebracht und in 9 verschiedenen Anstellungen gearbeitet. In der Rückschau macht jeder Wechsel Sinn und hat dazu beigetragen, dass sich das Profil schärft und die Karriere sich entwickelt. In den jeweiligen Wechselzeiten erfordert ein Wechsel immer viel Energie. Bin ich hier noch am richtigen Platz? Kann ich mich hier fachlich einbringen? Habe ich die Rahmenbedingungen, unter denen ich arbeiten möchte?

Und eine neue Position übernehmen heißt auch jedes Mal: checken, wie es da läuft; sich einfügen in ein Team und gleichzeitig den eigenen Standpunkt einnehmen. Wechselsituationen erweitern den Horizont und bestärken die Persönlichkeit. „Ich habe gesucht, wo es weitergeht und immer Glück gehabt- auch wenn manche Entscheidungen schwer zu treffen und zu tragen waren.“


„Ich bin eine Mittlerin zwischen den Abteilungen.“

 

Jede Station war für das persönliche Erleben von Kompetenz wichtig, besonders prägend waren die Coronajahre in der Klinik. Eigentlich für den Aufbau der Geriatrie angestellt, kam alles anders und die Station wurde Coronastation. Krisenmanagement war jetzt gefragt- wenig Routinen, viel Abstimmungsbedarf und ständiges Anpassen an neue Situationen. Das hat sie in der Fähigkeit geschult, verschiedene Interessen und Anforderungen zu vermitteln und gemeinsames Handeln zu ermöglichen.

Der Blick über den eigenen fachlichen Schwerpunkt hinaus, ganzheitlich denken und kooperativ handeln- einerseits unerlässlich für die Fachrichtung Geriatrie, andererseits ihr persönliches Markenzeichen und sicher auch die gute Grundlage für die nächste Position.


„Die Position war mir nicht wichtig, aber zum Gestalten braucht man das richtige Schild am Kittel.“

 

Die Medizin ist ein traditionelles Gebiet, die beruflichen Hierarchien sind eindeutig: Assistenzärzte, Oberärzte, Chefarzt. Frauen in Chefarztpositionen mit Familie sind sehr selten.

Ruth Ullrich hat viel Ausdauer bewiesen und wundert sich manchmal noch, was auf ihrem Schild steht. Chefärztin der Geriatrie. Diese Position übt sie gemeinsam mit einem Kollegen aus. Zwei Chefärzte auf Augenhöhe- auch das ist selten.

Zusätzlich zur fachlichen Qualifikation hat sie ein Gespür dafür entwickelt, wie die Systeme funktionieren und gleichzeitig die formalen Bedingungen akzeptiert und sich zu eigen gemacht. Wenn es nötig ist, ist sie aber auch „Dorn im Fleisch“ und auch mal lästig, sagt sie. Manchmal müsse man das Herz in die Hand nehmen, aufstehen und Verantwortung übernehmen.


Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf wird gefördert aus Mitteln des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.