Profil

Paulina Pruscini
Ein Vorbild im Handwerk: Warum es sich lohnt für den Wunschberuf/Berufswunsch zu kämpfen.

Entwicklung
1995
geboren
2013
Abitur
09.2014 – 10.2015

Ausbildung zur Zupfinstrumentenmacherin bei der Firma Guitar Doc (in Berlin)
11.2015 – 06.2017
Ausbildung zur Zupfinstrumentenmacherin in der Berufsfachschule für Musikinstrumentenbau in Klingenthal (Sachsen)
seit 11.2021
Selbstständige Zupfinstrumentenmacherin in Wehringhausen
Ehrungen
05/2019 Einladung vom Bundespräsidenten anlässlich des 70. Geburtstages des Grundgesetzes im Schloss Bellevue
08/2023 Gründungspreis Handwerkskammer Dortmund
10/2024 Auszeichnung für außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement von der Handwerkskammer Dortmund
Merkmale des Profils
Beharrlichkeit
Paulina Pruscini ist ein inspirierendes Beispiel für Ausdauer und Leidenschaft im Handwerk. Ihre Reise in die Welt des Gitarrenbaus der Zupfinstrumentenbauer begann nicht mit einem einfachen Einstieg, sondern mit vielen Hürden und Rückschlägen. Nach dem Abitur bewarb sie sich bei mehr als 30 Tischlereien, erhielt aber keine Zusage. Statt sich entmutigen zu lassen, suchte sie nach neuen Wegen und entdeckte – eher durch Zufall - bei einem Gitarrenbauer-Kurs in Köln ihre wahre Berufung – sie wollte eine Ausbildung zur Zupfinstrumentenmacherin absolvieren.
Sie bewarb sich deutschlandweit und fand schließlich in Berlin bei der Firma Guitar Doc die Möglichkeit, ihre Ausbildung zu beginnen. Doch der Weg war nicht einfach. Nach zwei Jahren musste sie sich von ihrem Betrieb trennen; der Gedanke, die Ausbildung abzubrechen, stand im Raum. Aber ihr Traum, diesen Beruf zu erlernen, war stärker. Sie entschied sich, ihre Ausbildung in Klingenthal fortzusetzen. Gründe dafür lagen nicht nur in der Leidenschaft für den Beruf, sondern insbesondere in der Arbeit mit vielen außergewöhnlichen und interessanten Menschen.
Der Beruf als Berufung: Herausforderungen meistern
Zupfinstrumentenbau ist ein von Männern geprägtes Handwerk – Paulina Pruscini war daher mit besonders hohen Erwartungen und Herausforderungen konfrontiert. Sie wusste, ein Misserfolg würde nicht nur sie selbst, sondern auch das allgemeine Bild von Frauen in diesem Berufsfeld beschädigen können. Doch statt sich davon einschüchtern zu lassen, stellte sie sich den Herausforderungen und wuchs an ihnen.
Vom Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit
Nach Abschluss ihrer Ausbildung und dem Absolvieren von Meisterkursen stand Paulina Pruscini vor einer neuen Herausforderung: der Schritt in die Selbstständigkeit. Sie zog nach Hagen in der Hoffnung, dort günstigere Bedingungen für die Unternehmensgründung zu finden. Doch auch hier gab es Probleme – die Corona-Pandemie und das Hochwasser erschwerten ihre Pläne. Dennoch wagte sie 2021 den Schritt in die Selbstständigkeit und eröffnete ihre eigene Werkstatt.
Hürden und Unterstützung
Als Soloselbstständige stand Paulina Pruscini vor den bürokratischen Hürden, die mit Selbstständigkeit und insbesondere Soloselbstständigkeit einhergehen. Doch sie fand auch Hilfe, v. a. durch lokale Netzwerke wie „Wir in Wehringhausen e.V.“, die ihr bei konkreten, praktischen Fragen halfen.
Trotz aller Herausforderungen würde sie wieder den Weg in die Selbstständigkeit wählen, so Paulina Pruscini. Allen, die vor dieser Entscheidung stehen, rät sie: „Klar werden, was man wirklich will. Ist es Sicherheit, ist eine klassische Anstellung der richtige Weg. Ist es Flexibilität, dann ist die Selbstständigkeit genau das, was man braucht.“ Sie zeigt, wie wichtig es ist, für sich selbst einzutreten und Selbstbewusstsein aufzubauen – durch Handeln und Präsenz.

Engagement für die nächste Generation

Heute gibt Paulina Pruscini ihre Erfahrung und ihr Wissen weiter, indem sie u. a. als Prüferin für Ausbildereignung bei der SIHK tätig ist. Ihr Engagement für die nächste Generation ist ein weiteres Beispiel für ihre Bereitschaft, anderen zu helfen und das Handwerk aktiv weiterzugeben.
Mit Leidenschaft, Ausdauer und Mut durch alle Umleitungen
Paulina Pruscini ist ein Vorbild für alle, die im Handwerk Karriere machen wollen – v. a. für Frauen, die sich in einem männerdominierten Berufsfeld behaupten möchten. Ihre Geschichte zeigt, dass der Weg zum Erfolg nicht immer geradlinig verläuft und dass Rückschläge nicht das Ende bedeuten, sondern oft nur eine Umleitung.





