Dr.-Ing. Katharina Gensowski

 

Geschäftsführerin OTH Oberflächentechnik Hagen GmbH Co. KG

„Ich wusste in jedem Lebensabschnitt, was ich erreichen will.“

 

 

1991

 

geboren

 

2011

 

Beginn des Bachelorstudiums Werkstoffwissenschaften

Unis in Ostdeutschland werben für Frauen in Technikstudiengängen, Sommeruni in Ilmenau führt zu der Entscheidung, hier zu studieren.


2015

 

Bachelor-Abschluss

2016

 

Ein Mastersemester studiert sie an der PUCP in Lima, Peru

 


2017

 

Master-Abschluss in Werkstoffwissenschaften mit Masterarbeit am Fraunhofer Institut ISE in Freiburg

2016

 

Master-Arbeit am Fraunhofer Institut ISE in Freiburg


2018

 

Ingenieurstelle am Fraunhofer Institut ISE. Viele der Kolleg:innen haben einen Doktortitel, somit entscheidet sie sich ebenfalls für die Promotion.

2023

 

Aktiver Einstieg in die Geschäftsführung des Familienunternehmens

Abschluss der Promotion

 

 

Raus aus der Komfortzone

 

Bereits zu Schulzeiten hatte Katharina Gensowski Interesse an Naturwissenschaften und absolvierte als Jugendliche mehrere Praktika. Über ihre Chemielehrerin und Chemiewettbewerbe entdeckte sie ihr späteres Studienfach Werkstoffwissenschaften. Seit ihrem 18. Lebensjahr besitzt sie Anteile des von ihrem Vater gegründeten Unternehmens. Früh ist klar, dass sie nach ihrem Studium aktiv ins Unternehmen einsteigen wird. Trotz dieses klaren Plans geht sie ihren eigenen Weg, studiert in Ilmenau, Thüringen, verbringt am Ende ihres Masterstudiums ein Auslandssemester in Peru. Am Fraunhofer Institut ISE erhält sie eine Ingenieursstelle. Im Forschungsbereich zu arbeiten, stellt sich als zentrale Erfahrung heraus, die sie dazu motiviert zu promovieren. Mehrfach geht sie „über den bequemen Weg hinaus“ und hat dabei stets ihre Ziele vor Augen: „Ich wusste in jedem Lebensabschnitt, was ich erreichen will.“


Einstieg und Nachfolge

 

Bereits während des Promotionsverfahrens steigt sie aktiv ins Familienunternehmen ein und teilt sich die Geschäftsführung mit ihrem Vater. Sie teilen sich viele Aufgaben, sind aber auch für ihren jeweils eigenen Bereich zuständig: Sie für die Betriebsleitung, er für den kaufmännischen Bereich. Die Zusammenarbeit zwischen Vater und Tochter gelingt, auch wenn sie eingespielte Abläufe kritisch hinterfragt.

Einige Mitarbeitende sind seit Unternehmensgründung im Betrieb und kennen sie von klein auf. Dennoch funktioniert die Zusammenarbeit gut und sie wird in ihrer Rolle als Geschäftsführerin akzeptiert.  Sie steigt in einer arbeitsintensiven Zeit mit vielen Aufträgen in die Geschäftsführung ein, verdient sich den Respekt der Belegschaft, indem sie mit anpackt und sich für keine Aufgabe zu schade ist.


Als Frau in der Minderheit

 

In ihrem Umfeld ist Katharina Gensowski oft eine von wenigen Frauen: Im Studium, in ihrem Berufsfeld und in ihrer Führungsrolle. „Über manchem muss man drüberstehen.“ Wichtig sei, sich nicht abbringen zu lassen und das eigene Ziel vor Augen zu haben. Vor allem jungen Menschen empfiehlt sie, einen Plan für die eigene berufliche Zukunft, aber keine Scheu vor Planänderungen zu haben. Wichtig sei Interesse an der eigenen Tätigkeit, helfen könnten frühzeitige Einblicke in Unternehmen.

In wenigen Jahren wird sie das Unternehmen vollständig übernehmen und geht die Zukunft mit Offenheit für Neues an. „Stillstand gibt es nicht.“ Für ihr eigenes Unternehmen sowie für alle kleinen und mittelständischen Unternehmen wünscht sie sich vor allem Bürokratieabbau.


Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf wird gefördert aus Mitteln des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.