Douaa Derdar

 

Auszubildende Sparkasse

 

Douaa Derdar übernahm auf der Flucht aus Syrien früh Verantwortung für ihre Geschwister und ihre Zukunft und verfolgt seither unbeirrt ihren Weg zu beruflicher Anerkennung in Deutschland.

 

 

 

1992

geboren in Syrien


2012

Diplom Bankwesen

2015

 

Flucht von Damaskus, Syrien, ins Saarland


2016

 

Umzug nach Lüdenscheid

2017

 

Familienzusammenführung, Eltern dürfen nachkommen


2019

 

Diplom wird nur teilweise anerkannt

2023

 

Beginn der Ausbildung zur Bankkauffrau


 

 

Verantwortung

 

Als die Situation in Syrien immer bedrohlicher wird und es sogar zu gefährlich wird, zu arbeiten, beschließt Douaa Derdar mit ihren kleinen Geschwistern, der 11-jährigen Schwester und dem 18-jährigen Bruder, nach Deutschland zu fliehen. Da die Flucht für eine sechsköpfige Familie zu teuer ist, lässt sie ihre Eltern und ihren 14-jährigen Bruder in Damaskus zurück, mit dem Ziel, sie nachzuholen. „Ich wollte einfach raus, in eine bessere Zukunft.“ Plötzlich trägt sie die Verantwortung allein: für sich, ihre Geschwister und die Organisation der Familienzusammenführung.


Zielstrebigkeit

 

Ihr in Syrien erworbenes Diplom wird in Deutschland nicht vollständig anerkannt. Um im Bankwesen arbeiten zu können, soll sie eine Weiterbildung oder ein sechsmonatiges Praktikum absolvieren. Die Weiterbildungsstätte liegt zu weit von ihrem Wohnort entfernt, ihre Bemühungen, einen Praktikumsplatz zu finden, sind nicht erfolgreich. Sie entscheidet sich für eine Ausbildung zur Bankkauffrau, um die Fächer nachzuholen, die ihr für die vollständige Anerkennung fehlen. Die Anerkennungsstelle stellt ihr in Aussicht, die Ausbildung verkürzen zu können und nach der Zwischenprüfung die vollständige Anerkennung ihres Diploms zu erhalten. Doch die Gesetzeslage ändert sich – es ist unklar, wie es weiter geht. Frau Derdar gibt nicht auf, führt ihre Ausbildung weiter und wartet aktuell auf die Rückmeldung zur Anerkennung. Zielstrebigkeit wurde ihr stets von ihren Eltern vorgelebt. Zum Beispiel von ihrem Vater, der in kurzer Zeit Deutsch gelernt und eine Arbeitsstelle in Deutschland gefunden hat.


Selbstliebe

 

„Ich versuche immer, die beste Version von mir selbst zu sein.“ Es sei wichtig, etwas für sich selbst und die eigene Zukunft zu tun. Daher verfolgt sie weiter ihre beruflichen Ziele, auch wenn das bedeutet, Abstriche im Familienleben machen zu müssen und ihren 15 Monate alten Sohn seltener zu sehen, als sie sich wünscht. Perspektivisch möchte sie eine gute Arbeitsstelle haben, in der sich Familie und Beruf gut vereinbaren lassen.


Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf wird gefördert aus Mitteln des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.