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Informativer Lehrkräfte-Workshop zu Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf

Witten, 12.04.22. Wie gelingt Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf in Schulen des Gemeinsamen Lernens? Diese Frage diskutierten am Donnerstag 65 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Workshops in der Werk°Stadt in Witten.

Seit 2009 verpflichtet die UN-Behindertenrechtskonvention Deutschland, ein inklusives Bildungssystem zu schaffen. Schülerinnen und Schüler mit und ohne Unterstützungsbedarf sollen gemeinsam lernen können. Die Inklusion gilt an Schulen derzeit als große Herausforderung.

Das gilt insbesondere für das Thema Berufsorientierung. Beim Workshop ging es u. a. um die Themen: Welche Förderschwerpunkte bringen die Schülerinnen und Schüler mit? Wie geht es nach der Schule für junge Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung weiter? Wo gibt es Unterstützung, wenn man ein Praktikum für einen gehörlosen Jugendlichen sucht?

Teilgenommen hatten alle Berufsorientierungslehrkräfte der Schulen des Gemeinsamen Lernens im Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen sowie die wichtigsten Akteure aus dem Bereich Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf aus der Region.

Organisiert und finanziert wurde die Veranstaltung vom Arbeitskreis der Koordinatorinnen und Koordinatoren für Berufliche Orientierung an Förderschulen, den Inklusionsfachberatungen der Schulämter Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen, der agentur mark GmbH sowie den Bildungsbüros Hagen und Ennepe-Ruhr-Kreis.

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es die erste Veranstaltung dieser Art. Vera Besser, Schulrätin aus Hagen, unterstrich in ihrer Begrüßung die Bedeutung des Workshops: „Wir haben lange auf eine solche Veranstaltung hingearbeitet und ich bin sehr glücklich darüber, dass sie heute stattfindet.“ Auch Martin Störte, Leiter des Berufsorientierungs-Arbeitskreises der Förderschulen und Mitveranstalter, hob das Besondere hervor: „Uns geht es in diesem Workshop um die Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf. Sie stehen heute im Mittelpunkt.“

Neben Fachvorträgen gab es für die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich u.a. mit Sonderpädagoginnen und -pädagogen, der Reha-Berufsberatung, Werkstätten für Menschen mit Behinderung, dem Integrationsfachdienst und dem LWL auszutauschen und Netzwerke zu knüpfen. Hier wurde u. a. deutlich, dass Kooperationen zwischen Schulen des Gemeinsamen Lernens und Förderschulen sowie mit externen Partnern eine gute Möglichkeit seien, inklusives Lernen zu gestalten.

Besonders gut kamen die Übungen für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf von Referent Rainer Franzen an. Alle Teilnehmenden konnten am Ende mit einem Ordner voller Arbeitsmaterial zurück in die Schule gehen.

Deutlich wurde aber auch, dass fehlende Ausstattung und Personalmangel an den Schulen des Gemeinsamen Lernens sehr belastend für die Lehrkräfte sind.

Insgesamt stieß der Workshop auf sehr positive Resonanz bei den Beteiligten. Ein Lehrer aus Hagen: „Es war sehr hilfreich, dass so viele Akteure anwesend waren. Bisher hatte ich Wissensinseln, die sich

jetzt zu einem großen Ganzen zusammengefügt haben. Ich konnte viele Kontakte knüpfen und mein Netzwerk erweitern.“

Auch Nina Gilfert von der agentur mark sowie Diana Ströter und René Hülshorst, beide Inklusionsfachberater, zeigten sich sehr zufrieden, betonten aber auch die Notwendigkeit solcher Formate: „In Zeiten der Inklusion sind solche Veranstaltungen sehr wichtig, da immer mehr Schülerinnen und Schüler ihren Prozess der beruflichen Orientierung beginnen, die dabei eine deutlich intensivere Unterstützung benötigen als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler.“

Der Workshop zu Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf fand statt mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds.

 

Ansprechpartnerin für die Presse

Nina Gilfert

02331 48878-31

gilfert@agenturmark.de

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