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KAUSA-Landesstelle NRW: Austausch mit Ausbildungsberatung der Kammern

Am Freitag, 13. März 2026, hatte die KAUSA-Landesstelle NRW zum Austausch mit der Ausbildungsberatung der IHKs und HWKs eingeladen. Die Kammern sind die wichtigsten Partner, wenn es darum geht, Unternehmerinnen und Unternehmer an die duale Ausbildung heranzuführen. Wie genau läuft die duale Ausbildung ab? Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen? In welchen Berufen darf ich ausbilden? Bei vielen dieser Fragestellungen arbeiten die Kammern und die KAUSA-Landesstelle NRW in den Arbeitsmartkregionen Bergisches Städtedreieck, Märkische Region, Mülheim-Essen-Oberhausen sowie Westfälisches Ruhrgebiet seit 2022 eng zusammen.

Nach gut drei Jahren Projektlaufzeit zeigt die KAUSA-Landesstelle, angesiedelt bei der agentur mark GmbH in Hagen, die bisherigen Erfolge, Erfahrungen und Erkenntnisse der Zusammenarbeit auf. Rund 450 Unternehmerinnen und Unternehmer mit Zuwanderungsgeschichte, die erstmalig oder nach längerer Pause erneut ausbilden wollten, wurden bisher beraten. Rund 100 davon bilden seitdem aus.

Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Kleinst- und Kleinbetriebe (weniger als 50 Mitarbeitende), vorrangig Unternehmen, die noch nie zuvor ausgebildet haben (67%) sowie Unternehmerinnen und Unternehmer mit türkischer Einwanderungsgeschiche (71%). Die Branchen decken ein breites Spektrum ab. Schwerpunkte gibt es in den Bereichen Einzelhandel, Handwerk und Gastronomie.

Die Akquise und Gewinnung dieser Unternehmen durch die KAUSA-Botschafterinnen und -Botschafter erfordert - u. a. aufgrund der häufig nur geringen Kenntnisse über das duale Ausbildungssystem und einer damit einhergehenden natürlichen Distanz zu den Behörden - einen höheren zeitlichen Aufwand. Interkulturelle Kompetenzen sowie Mehrsprachigkeit fördern in vielen Fällen den Aufbau vertrauensvoller Beziehungen zu den Unternehmerinnen und Unternehmern. „Die Gewinnung von Betrieben für Ausbildung ist ein Thema, das immer wichtiger wird.“, sagt Jörg Hamann, Ausbildungsberater und seit über 30 Jahren bei der Handwerkskammer Dortmund. „Die Zielgruppe der Unternehmerinnen und Unternehmer mit Zuwanderungsgeschichte liefert viel Potenzial. Die KAUSA-Landesstelle hilft uns ungemein, den Kontakt herzustellen, aufrechtzuerhalten und dieses Potenzial für den Ausbildungsmarkt nutzbar zu machen.“

Die Voraussetzungen für eine Ausbildungsgenehmigung müssen durch die Kammer gründlich geprüft werden. Die KAUSA-Botschaftenden in den Arbeitsmarktregionen informieren jedes einzelne Unternehmen umfänglich und begleiten den Prozess, z. B. durch Erlangung eines AdA-Scheins. „KAUSA nimmt sich Zeit, baut individuelle Brücken zu den Menschen, und schafft damit Zugänge, die wir als Kammer so gar nicht herstellen könnten“, sagt Malak El-Chkief, tätig für die IHK Mittleres Ruhrgebiet.

Die Unternehmen werden umfangreich beraten, wodurch Anforderungen und Aufwand für sie transparent und Enttäuschungen vermieden werden. „KAUSA macht die Vorarbeit. Bei den Unternehmen, die dann mit uns in Kontakt treten, ist schon ziemlich klar: Die wollen und die können auch“, sagt Nicole Osthaus von der Handwerkskammer Düsseldorf.

Ein weiteres wichtiges Ziel neben der Gewinnung von Unternehmen für die duale Ausbildung ist es, den Zugang für die Unternehmerinnen und Unternehmer zum dualen Ausbildungssystem und den beratenden Stellen grundsätzlich zu verbessern. Das gelingt z. B., indem die Vernetzung der Unternehmen untereinander aber auch der verschiedenen regionalen Partner, wie Agentur für Arbeit und Wirtschaftsförderung, zu diesem Thema gestärkt wird. Zum anderen, indem Formate und Vorgehensweisen für diese Zielgruppe Einzug halten in den Institutionen.

Die KAUSA-Landesstelle hat also noch ein Stück Weg vor sich, um gemeinsam für Nordrhein-Westfalen Unternehmerinnen und Unternehmer mit Zuwanderungsgeschichte strukturell besser zu integrieren und damit deren Leistungsfähigkeit und Entwicklungsmöglichkeiten für den Ausbildungsmarkt und die Fachkräftesicherung erfolgreicher zu erschließen.

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