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08.04.2019

Wissensmanagement im Betrieb ist eine Zukunftsaufgabe

Wie lässt sich das Know-how erfahrener Mitarbeiter im Betrieb für Kollegen zielgerichtet verfügbar und nutzbar machen? Mit Hilfe einer vom Land NRW und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Potentialberatung fand der Automobilzulieferer fischer Hydroforming in Menden nachahmenswerte Lösungen.


Christina Ramb vom MAGS und Landrat Thomas Gemke (beide vorne links) interessierten sich für die Ergebnispräsentation der Potentialberatung in der Fischer Hydroforming GmbH in Menden. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Seit März 2019 kann jedes Unternehmen mit Arbeitsstätte in NRW unabhängig von seiner Größe an dem Landesförderprogramm zur Potentialberatung teilnehmen und sich in den Bereichen Arbeitsorganisation, Kompetenzentwicklung, Demografischer Wandel, Digitalisierung und Gesundheit extern beraten lassen. Als gelungenes Beispiel im Bereich Kommunikationsverbesserung und Wissenstransfer stellte die agentur mark aus Hagen die Potentialberatung in der fischer Hydroforming GmbH in Menden heraus. Bei der Ergebnispräsentation im Mendener Unternehmen begrüßten Geschäftsführer Dr. Stefan Geißler und Kirsten Kling von der agentur mark namhafte Gäste wie Christina Ramb vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS), Thomas Gemke, Landrat des Märkischen Kreises sowie Vertreter der Agentur für Arbeit in Iserlohn und der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen.

„Für mich ist es interessant, konkret vor Ort im Betrieb zu erfahren, wie eine Potentialberatung abläuft: Wie werden die Beschäftigten in dem Prozess mitgenommen und wie motiviert beteiligen sie sich? Wie verändern sich die Arbeitsabläufe und das Betriebsklima? Wie zahlt sich die von uns geförderte Beratung am Ende für das Unternehmen aus“, zählte Christina Ramb, zuständige Abteilungsleiterin im MAGS, auf. Landrat Thomas Gemke teilte ihre Begeisterung für die Innovationskraft des mittelständischen Unternehmens. Für ihn ist  sie ein typisches Merkmal für den starken Wirtschaftsstandort Südwestfalen. „Um auch in Zukunft im internationalen Konkurrenzkampf wettbewerbsfähig zu bleiben, kann ich nur jedes Unternehmen ermuntern, sich den Fragen der Zeit zu stellen und die Chancen der Potentialberatung zu nutzen“, erklärte er.

Aufgrund der hohen Motivation in der Belegschaft und der Unternehmensleitung konnten die gemeinsam entwickelten Verbesserungsvorschläge in der fischer Hydroforming GmbH in erstaunlich kurzer Zeit umgesetzt werden. Das Unternehmen hatte Jürgen Becher von der Rheinischen Mittelstandberatung 2018 als externen Berater hinzugezogen, um im Zuge zunehmender Automatisierung Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten und Kommunikationsbarrieren im Unternehmen abzubauen. Becher stellte den Kontakt zur Regionalagentur der agentur mark her, die unter Federführung von Fatma Mendoza die Projektförderung durch das MAGS vermittelte. Mit Unterstützung des Softwarehauses LANdata, vertreten durch John Marc Sangermann, wurden weitere Arbeitsabläufe vom Auftragseingang über den Maschinen- und Personaleinsatz bis hin zur Fertigstellung und Auslieferung digitalisiert und ineinander verzahnt. Das sparte nicht nur Papierkram, sondern auch einige Arbeitsschritte. Jeder Auftragsfortschritt  kann heute vom PC aus gesteuert und in Echtzeit kontrolliert werden, ebenso wie die Maschinenauslastung, die Fehlerquote oder die Leistung der Mitarbeiterteams. „Wir erzielen dadurch mehr Wertschöpfung“, freut sich Dr. Geißler. Dank digitaler Technik und der Bereitschaft der langjährigen Mitarbeiter, ihr Expertenwissen über Prozessabläufe, Qualitätssicherung und Fehlerbehebung weiterzugeben, ist es auch gelungen, notwendiges Arbeitswissen über eine Lernapp und Checklisten situationsbezogen direkt an der Maschine zugänglich zu machen.  Die Kunst ist dabei, die verschiedenen Informationen zu Handlungsmustern für die alltäglichen praktischen Anwendungen zusammen zu führen und unter Stichworten abrufbar zu machen. „Wir arbeiten dabei gerne bildhaft mit Videos, Animationen oder Fotos und möglichst wenig Text“, erklärt Betriebsrat Uwe Weingarten. Er gibt sein Wissen aus dem Arbeitsbereich Arbeitssicherheit weiter. In der Potentialberatung sieht er auch eine Chance für die Mitarbeiter, sich weiterzuentwickeln und die Arbeitsprozesse im Betrieb über Verbesserungsvorschläge mitzugestalten. Aus Sicht von Sabine Bergmann von der Arbeitsagentur ändern sich durch die zunehmende Automation die Anforderungen an den Beruf, was auch in der Ausbildung und Bewertung mehr berücksichtigt werden müsse. Für Jürgen Becher ist angesichts des Fachkräftemangels und der hohen Altersstruktur in den Betrieben ein zeitgemäßes Wissensmanagement eine Zukunftsaufgabe der Betriebe, die jetzt angegangen werden sollte. Weitere Informationen zum Förderinstrument Potentialberatung unter www.agenturmark.de


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Dagmar Pröhl
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